Das Notenbuch Friedrichs des Großen

Marianne Boettcher (Violine) & Yuko Tomeda (Cembalo)

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Ersteinspielung von Marianne Boettcher (Violine) & Yuko Tomeda (Cembalo) aus den 54 wiederentdeckten Sonaten für Soloinstrument und Generalbass
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Artikelbeschreibung:

Details

Das Notenbuch Friedrichs des Großen

Sonaten für Violine und Cembalo - Ersteinspielungen

Marianne Boettcher (Violine) & Yuko Tomeda (Cembalo)

  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Sonate D-Dur (Adagio - Allegro - Arioso - Presto)
  • Francesco Geminiani (1687-1762): Sonate E-Dur Op. 1 Nr. 10 (Adagio - Allegro - Adagio - Allegro)
  • Georg Friedrich Händel (1685-1762): Sonate D-Dur (Adagio - Allegro - Aagio - Allegro)
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Sonate G-Dur RV 22 (Preludio Andante - Allemanda Allegro - Andante - Corrente Allegro)
  • Johann Heinrich Freytag (?-1720): Sonate D-Dur (Adagio - Allegro -Adagio - Allegro)
  • August Reinhardt Stricker (1675-1720): Sonate A-Dur für Violine und Cembalo (Adagio - Allegro - Largo - Brante)

Marianne Boettcher spielt eine italienische Geige des Geigenbauers Carlo Ferdinando Landolfi 1753 (Cremona).
Yuko Tomeda spielt ein Cembalo des Cembalobauers Rainer Schütze (Heidelberg).

Aufnahme: Wolfram Kleiner am 20. September 2020 im Tonstudio Ölberg-Kirche Berlin
Coverbild: Marianne Boettcher
Einführungstext: Adelheid Krause-Pichler
TT 49:11 Min., Bestellnummer: pT-1311, EAN 4250523313118, primTON 2020


Kammermusik aus dem Notenbuch Friedrichs des Großen

Nach nahezu 300 Jahren wurde das ,,Notenbuch Friedrichs des Großen" mit 54 Sonaten für Soloinstrument und Generalbass wiederentdeckt, ein kostbarer Schatz mit Werken un­terschiedlichster Couleur. Im Jahr 2002 fand iniziiert von Dr. Roland Treiber, dem Künstlerischen Leiter der bekannten Veranstaltungsreihe Konzerte in brandenburgischen Schlössern, im Schloss Charlotten­burg eine Gesamtaufführung aller 54 Sonaten statt. 
Sechs Violin-Sonaten kommen auf dieser CD-Einspielung zu Gehör, die uns auf beispielhafte Weise in die musikalische Vielfalt des frühen 18. Jahrhunderts führen. Es ist die Zeit der Aufklärung, in der auf allen Ebenen um neue Werte und andere Strukturen gerungen wird. Kontra­punkt ist altbacken, Virtuosität mo­dern, der Musiker ist nicht mehr Handwerker, sondern bildet sich durch Inspiration zum Künstler, der Komponist verfolgt nicht mehr nur Tonsatzregeln, sondern erschafft Musik mit Leidenschaft als Abbild seiner Gefühlswelt. All diese Strömun­gen sind in den sechs Sonaten zu finden und spiegeln auf eindrucksvolle Weise die Welt um 1720 wider. Und alle Sonaten dieser CD sind Erstein­spielungen. 
Georg Philip Telemann (1681-1867) ist einer der bekanntesten Komponis­ten unterhaltender Gesellschafts­musik barocker Prägung. Seine Inten­tion ist Tonmalerei, das Darstellen von Charakteren und Naturerlebnis­sen. 
Francesco Xaverio Geminiani (1687-1762) ist gefeierter Violinist und er­reicht seinen Ruhm als reisender Virtuose. Nachdem er jedoch bei Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti das Komponieren erlernt hat, wird er bald zum Großmeister der ,,Concerti grossi", einer Streichermusik, die bald in allen Gesellschaften beliebt ist. 
Georg Friedrich Händel ( 1685--1759), der berühmte Sachse in London mit italienischem Stil, war der erste Musiker, der in London Geminianis Kammermusik aufführen ließ. Er selbst schrieb zwar auch höfische Gesellschaftsmusik, widmete sich jedoch vorrangig der Oper und dem Oratorium, sein Verdienst ist es, ins­besondere den ariosen Stil in seine Instrumentalwerke zu integrieren.
Antonio Vivaldi (1678 -1741), bereits als Kind ein begabter Streicher, sollte eigentlich Priester werden. Die Aus­bildung wurde abgeschlossen, doch seine durch Asthma-Anfälle untaug­liche Stimme ließ ihn, den „roten Priester" - so genannt wegen seiner feuerroten Haare - ins musikalische Terrain wechseln. Man vertraute ihm im „Ospedale della Pietä" die mu­sikalische Erziehung der Waisenkind­er an. Hier konnte er mit seinen bes­ten Schülerinnen all seine erfolgrei­chen Konzerte entwickeln. Diese den Schülerinnen abverlangte virtuose Gestaltung, wird auch in seiner Vio­lin-Sonate deutlich hörbar.
Johann Heinrich Freytag, dessen Le­bensdaten nicht sicher bekannt sind, war zur Wirkungszeit Johann Sebas­tian Bachs als Musiker am Köthener Hof tätig, ebenso wie August Reinhard Stricker (1680-1719/20 ?), der ab 1702 als „Cammer-Musicus" in der Berli­ner Hofkapelle König Friedrichs I. gelistet ist. Stricker wechselte, wie mehrere andere Musiker auch, nach der Auflösung des Hoforchesters durch Friedrich Wilhelm I., den spar­samen Vater Friedrichs des Großen, in die renommierte Kapelle des Kötheners Hofes. Auf diesem Weg könnte auch Freytag dorthin gekom­men sein. 
Beide Musiker fangen in ihren Sona­ten den Geist der Zeit ein: Etwas Barock, etwas Frühklassik, ein Hauch von Virtuosität und freier Harmonie sowie auch Tanzsätze der alten Suite. 
Es ist den beiden Interpreten durch Auswahl der Stücke und durch ent­sprechende stilistisch angepasste Interpretation gelungen, die musi­kalische Vielfalt dieser Zeit um 1720 einzufangen.

Adelheid Krause-Pichler