Mariangeles Sánchez Benimeli spielt Werke für Gitarre solo

Mariangeles Sánchez Benimeli (Gitarre)

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Mariangeles Sánchez Benimeli spielt Werke für Gitarre solo


Aufnahme: München 1988. TT 42:16 Min., Best.-Nr. CD 10393, GTIN (EAN) 4260031183936, VÖ PICAROmedia/ primTON 2006


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Sánchez Benimeli: Werke für Gitarre - CD10393

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Artikelbeschreibung:

Details

Inhalt

  • J.S. Bach: Präludium d-Moll (Bearb.: M. Sánchez Benimeli)
  • J.S. Bach: Sarabande und Double h-Moll (Bearb.: M. Sánchez Benimeli)
  • Fernando Sor: Etüde Nr. 17 D-Dur
  • Fernando Sor: Etüde Nr. 22 h-Moll
  • Francisco Tárrega: Marieta, Mazurca
  • Gaspar Sanz: La Minona de Cataluna (Bearb.: M. Sánchez Benimeli)
  • Gaspar Sanz: Gallarda (Bearb.: M. Sánchez Benimeli)
  • Gaspar Sanz: Canarios (Bearb.: M. Sánchez Benimeli)
  • Heitor Villa-Lobos: Präludium e-Moll
  • Heitor Villa-Lobos: Etüde Nr. 11
  • Mariangeles Sánchez Benimeli: Estudio colorido Nr. 15
  • Mariangeles Sánchez Benimeli: Improvisatíon sobre la Tumba de H. Villa-Lobos
  • Mariangeles Sánchez Benimeli: Noctorno en Re
  • Anónimo: Romance

 

Mariangeles Sánchez Benimeli, Komponistin, Gitarristin und Musikwissenschaftlerin, geboren in Valencia/Spanien, studierte an der Hochschule für Musik ihrer Heimatstadt. Während des Studiums wurde sie vielfach ausgezeichnet und gewann beim Gitarren-Abschlußwettbewerb den ersten Preis. Ihre Hauptfachlehrer sind Rafael Balaguer, Narciso Yepes und Andrés Segovia gewesen.
Der Besuch mehrerer Meisterkurse im In- und Ausland wurde ihr durch Stipendien vom spanischen Außenministerium ermöglicht. Auch eine Professur an der Hochschule für Musik in Kairo wurde durch dieses Ministerium vermittelt. 1972-76 hat sie in Berlin Musikwissenschaft an der Technischen Universität bei Carl Dahlhaus und Komposition an der Hochschule der Künste bei Walter Jentsch studiert. 1973 war sie die entscheidende Mitbegründerin der Gitarrenabteilung an der Universität der Künste Berlin. 1974 gründete sie die Gitarrenabteilung an der Pädagogischen Hochschule Berlin. Neben ihrer Konzerttätigkeit im In- und Ausland und Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenproduktionen unterrichtete sie an der Universität der Künste Berlin musikalische Analyse, Interpretation, Kammermusik
und Instrumentaltechnik der klassischen Gitarre.
Ihr Repertoire reicht von der Renaissance bis zur Neuen Musik. In ihrer Konzerttätigkeit ist sie als Interpretin moderner Musik bekannt geworden. Zeitgenössische Komponisten haben zahlreiche Werke für sie geschrieben. Ihre Kompositionen und musikwissenschaftlichen Arbeiten wurden von verschiedenen Verlagen (u.a. Ries & Erler, Berlin; Piles, Valencia; Aphaia, Berlin) und vom dem wissenschaftlichen „Institut Alfons el Magnànim, Valencia“, publiziert.
Zu ihren Kompositionen gehören Solostücke für Gitarre, Flöte, Oboe, Alt-Saxophon in Es; Kammermusikstücke für verschiedene Besetzungen, z.B. Orgel und Gitarre, Sopran-Saxophon in B und Gitarre, Alt-Saxophon in Es und Gitarre, Klarinette in B und Gitarre, Harfe und Alt-Saxophon in Es, Kontrabaß und Gitarre, Tenor und Gitarre, Tenor, Cello und Gitarre, Streichquintett und Gitarre, Blastrio – Flöte, Oboe und Klarinette – und Gitarre; Kammerorchester und Gitarre und für Sinfonisches Orchester: sakrale Musik für Chor, Orgel und Orchester. Gegenwärtig hat sie sich aus der pädagogischen Tätigkeit an der Universität zurückgezogen, um sich der Komposition ihrer beiden Opern AMANDA und TANZANERA widmen zu können, deren Handlungen und Libretti Mariangeles Sánchez Benimeli selbst geschrieben hat.

JOHANN SEBASTIAN BACHS d-Moll-Präludium ist ursprünglich in c-Moll für Barock-Laute geschrieben worden. Der Ostinato-Rhythmus der Baßstimme dient der Oberstimme, die aus Sechzehntelnoten besteht, als Stütze und untermalt diese Stimme mit Gemurmel. Der ruhige und symmetrische Rhythmus dieses Präludiums erinnert an das bekannte C-Dur-Präludium aus dem „Wohltemperierten Klavier I“. Das c-Moll-Präludium ist den Pianisten als drittes der „Zwölf kleinen Präludien“ bekannt. Die SARABANDE UND DOUBLE in h-Moll gehört der Partita I für Solo-Violine an. Diese ist eine der zahlreichen Kompositionen, die BACH während seines Aufenthaltes in Köthen (1717-1723) schuf. In der Barockzeit wurde die Sarabande als gravitätischer Tanz im 3/4-Takt mit langsamem Tempo angesehen. Das Double ist eine Variation, die zu einem vorangehenden Tanz gehört.

Unter den zahlreichen Etüden, die FERNANDO SOR geschrieben hat, sind diese zwei, die erste Nr. 17 in D-Dur und die zweite Nr. 22 in h-Moll, Beispiele für die große Sensibilität, Eleganz und Inspiration, mit der er seine Cantabile komponierte. Beide Werke gehören zu Op. 35 und SOR gab ihnen den Titel „Vingt Quatre Exercices“.

MARIETA ist eine Koseform von Maria in der Region Valencia. FRANCISCO TÁRREGA versetzt uns mit seiner bezaubernden MAZURCA in seine Zeit, in der man oft bei Zusammenkünften mit Freunden tanzte. In dieser Mazurka scheint es, als wolle TÁRREGA für MARIETA den sehnsuchtsvollen und süßen Abschied von der Vergangenheit besingen.

In der Abhandlung GASPAR SANZ „Musikalische Einführung in die spanische Gitarre (Instrucción de Música sobre la guitarra española)“ sind die meisten Stücke Tänze aus dem 16. und 17. Jahrhundert, einige sogar sehr alten Ursprungs. LA MIÑONA DE CATALUÑA ist ein im gemäßigten Tempo komponiertes, schlichtes Lied aus Katalonien. Es wurde von SANZ mit anderen spanischen und ausländischen Liedern in dem erwähnten Buch auf der letzten Seite beigefügt. MIÑONA ist ein katalanisches Wort für „junges Mädchen“. Der Ursprung der Gagliarde ist unsicher. Ihr Wesen ist fröhlich, lebhaft und energisch. Die GAGLIARDE wurde nach der Pavane getanzt, als Gegenstück zum langsamen und souveränen Charakter der letzteren. CANARIOS ist ein im dreizähligen Rhythmus gespielter schneller Tanz. SANZ betont in seinen CANARIOS den 6/8- und 3/4-Takt: beide sind für die spanische Folklore charakteristisch. Dieser Tanz ist vom Wesen her lebhafter und feuriger als eine Gagliarde oder ein Saltarello.

Der große brasilianische Komponist HEITOR VILLA-LOBOS hat zahlreiche Stücke für Gitarre komponiert. Darunter sind fünf Präludien und zwölf Etüden. Letztere sind Andres Segovia gewidmet. Im PRÄLUDIUM e-Moll Nr. 4 und in der ETÜDE Nr. 11 übermittelt uns VILLA-LOBOS die starke Ausdruckskraft seines poetischen Gemüts und die wunderbare Farbenpracht Brasiliens, ein Land, das von der Natur begünstigt worden ist. Er bestätigt außerdem sein Können als Komponist, der es meisterhaft versteht, die folkloristischen Themen seiner Heimat auszudrücken.

ESTUDIO COLORIDO Nr. 15 ist das Spiel zwischen der Metrik und ihrer Freiheit. Diese Etüde aus einschmeichelnden Tönen hat den Charakter eines Cantabile. Durch Vermittlung des Portatos wird fortwährend der Eindruck einer nahen Modulation hervorgerufen. In IMPROVISACIÓN SOBRE LA TUMBA DE H. VILLA-LOBOS drückt MARIANGELES SÁNCHEZ BENIMELI in ihren eigenen Themen die Trauer über den Verlust dieses Komponisten aus. Die Erinnerung an VILLA-LOBOS wird durch die Verwendung großer Teile seiner harmonischen Stilelemente zum Ausdruck gebracht: herausragend ist das ständig erklingende melodische Wehklagen, das in der andalusischen Musik so bekannt ist. Dieses Klagelied endet mit dem zu Herzen gehenden Ruf, der schon mehrmals vorher in diesem Lied gesungen wurde, ausgedrückt durch einen Halbtonschritt – in diesem Fall vom b zum a. Das NOCTURNO EN RE ist ein Werk in drei Teilen, bei dem am Schluß der zweite Teil wiederholt wird. Der erste Teil besteht aus einem Rezitativ, das sich sanft dem Ton D nähert. Der zweite Teil kontrastiert den ersten durch das Fehlen der Terz im Akkord und durch die rhythmischen Sextolen, die das Hauptthema der Oberstimme unterstützen. Sein Charakter erinnert an mittelalterliche Melodien. Der dritte Teil ist konsequent metrisch gebaut: man hört ihn wie einen Antwortgesang auf das Hauptthema. NOCTURNO EN RE umspielt fortwährend den Ton D, es ist die Suche nach etwas Undefiniertem auf einem bekannten Weg, in diesem Fall dem Ton D.

Die ROMANCE ANONIMO eines unbekannten Komponisten ist von dem Gitarristen MIGUEL LLOBET (1878-1938) für Gitarre umgearbeitet worden. Mit diesem Stück war ihm ein großer Erfolg beschieden und es wurde bald bekannt. 1951 hat dieses Stück durch den französischen Film „Jeux interdits“ von René Clément, in dem es von Narciso Yepes interpretiert wird, eine Renaissance erlebt. Man kann den Erfolg dieser Romanze vergleichen mit dem solcher Stücke wie „Für Elise“ und der 5. Symphonie, Op. 67 von Ludwig van Beethoven oder dem „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo, die in so vielen Programmen erscheinen und doch vom Publikum immer wieder mit Vergnügen gehört werden.

(Wolfgang Roseblümel)