Reflections - 64 Miniatures for piano

Martin Torp (Klavier)

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Kurzübersicht

Martin Torp: Reflections - 64 Miniaturen (in vier Teilen) für Klavier
Klavier: MartinTorp (Steinway D-274)


Aufnahme: Michael Leverkus, Tonstudio Ölberg-Kirche Berlin 2015
TT 72:11 Min., Bestellnummer pT-1132, EAN 4250523311329, VÖ primTON 2015


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Martin Torp: Reflections pT-1132

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Artikelbeschreibung:

Details

Martin Torp: Reflexionen - 64 Miniaturen für Klavier

"Reflections ist eine Einspielung von tiefgehender spiritueller Erfahrung, wahrlich Balsam für die Seele, beruhigend und dennoch nicht nur auf schlichten meditativen Formeln beruhend, sondern stets echten musikalischen Gehalt aufweisend."
(The New Listener, Oliver Fraenzke, 02/2016)

Klänge aus der Stille
Mein musikalischer „Hausgott“ Johann Sebastian Bach lehrte seine Schüler, dass die Musik nichts anderem dienen solle „als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüts“. Ohne die strenge Absolutheit dieses Diktums für unsere heutige Zeit bekräftigen zu wollen, ist es für mich doch noch immer unvermindert aktuell: auch meine Musik – und insbesondere der vorliegende Klavierzyklus „Reflections“ (Reflexionen) – möchte Balsam für die Seele sein, den Geist gleichermaßen beruhigen wie erfrischen und dabei für das Spirituelle öffnen.

Die einzelnen Miniaturen sind von Stille umgeben, wachsen aus dieser heraus und münden wieder in sie hinein. Die Momente der Stille sind dabei gleichsam das Einatmen und die Musik jeweils wie ein langsames Ausatmen. So gesehen, erscheinen die 64 Stücke durchaus lang zu sein. Überdies ist auch der Zyklus als ganzer mit einer Spieldauer von etwa 70 Minuten mein bisher längstes Klavierwerk. Die Arbeit daran erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Jahren (2009-2012).

Vorangegangen war die Komposition eines Albums mit 16 introspektiven Klavier-Miniaturen, das 2009 – bereits ein Jahr nach ihrer Entstehung – unter dem Titel „Still-Leben“ beim Bremer Label „Hastedt“ auf CD erschien. Die außerordentlich positive Resonanz auf diese Musik animierte mich, weitere Klavier-Miniaturen meditativen Charakters zu schaffen. Den Ansatz der Verdichtung und Verknappung der musikalischen Form, welchen ich mit den „Still-Leben“ verfolgt hatte, fand im „Reflexionen“-Zyklus noch konsequentere Fortsetzung. Gleichzeitig trieb ich in Letzterem die Öffnung meiner Kompositionsweise in Richtung Polystilistik noch stärker voran als in den „Still-Leben“.

Frederico Mompous „Música callada“ und Hans Ottes „Buch der Klänge“ regten mich dazu an, mit eigenen Ausdrucksmitteln etwas Vergleichbares zu versuchen, also ein abend- bzw. CD-füllendes Klavieralbum mit meditativer Musik zu komponieren. Von Mompou übernahm ich die Idee der Gliederung in vier Hefte, verteilte die Einzelstücke aber gleichmäßiger auf diese und erreichte so eine großformale Werkarchitektur von 4 etwa gleichlangen Blöcken zu je 16 (4 x 4) Stücken. Volle Übereinstimmung besteht zwischen Mompou und mir aber hinsichtlich des Strebens nach einer Beschränkung auf das Wesentliche und Notwendige, im Sinne der Empfehlung Albert Einsteins, man solle „die Dinge so einfach wie möglich machen ( – aber nicht einfacher).“ Hans Otte wiederum bewundere ich nicht zuletzt auch deswegen, weil er als einer der ersten deutschen Komponisten neuer „E-Musik“ (Ernste Musik) schon in den 1970er Jahren das „Tonalitäts-Tabu“ der Nachkriegsavantgarde brach und Einflüsse neuer tonaler Richtungen wie die „Minimal music“ zuließ. Dies ermutigte mich, zusätzlich noch das überlebte Avantgarde-Dogma vom vermeintlichen „Tod der Melodie“ über Bord zu werfen. Gleichwohl habe ich im Reflexionen-Zyklus aber auch punktuell Atonales einfließen lassen, etwa in den Nummern 23, 26, 31, 39 oder 52.

Der Titel „Reflexionen“ spielt auf verschiedene Aspekte dieser Klavierstücke an. Zum einen handelt es sich dabei um meditative beziehungsweise besinnliche Musik; zum anderen werden in etlichen Nummern okzidentale oder auch orientalische Überlieferungen reflektiert – mal mehr abstrahiert respektive durch Einfühlung in das innere Wesen der jeweiligen Tradition, mal mehr äußerlich „gespiegelt“. Letzteres geht in Einzelfällen bewusst bis an die Grenze zur sogenannten Stilkopie, wobei der musikgeschichtliche Bezugspunkt genauso gut in der Renaissance liegen kann wie im 19. Jahrhundert (Brahms in Nr. 38) oder im 20. (etwa Messiaen in Nr. 21, Schönberg in Nr. 26, Philip Glass in Nr. 57 oder Strawinski in Nr. 62). In anderen Miniaturen finden außereuropäische Musiktraditionen ihren Wiederhall, so etwa in den Nummern 6, 14 oder 44. Auch persönliche Erlebnisse wurden gelegentlich kompositorisch reflektiert – und zwar sowohl seelische oder mentale Zustände und Stimmungen als auch Eindrücke der Außenwelt (z. B. winterlicher Kälte in Nr. 23 oder eines Regenschauers in Nr. 47). Gleichwohl wurde auf die Betitelung der einzelnen Stücke verzichtet, stellen sie doch letztendlich ein „Denken in Musik“ dar. Die Miniaturen sind mithin im Kern absolute Musik. Auch sollte das Hörerlebnis nicht durch Titel eingeengt oder in bestimmte Bahnen gelenkt werden. Der Hörer kann also seinen Assoziationen freien Lauf lassen – oder eben einfach nur offenen Ohres HÖREN.

Martin Torp


Künstler:

Torp, Martin